COVID-19 & die Impfungen

Warum ist das Virus so gefährlich und wie können Impfungen dagegen helfen?

COVID-19 allgemein

COVID-19 ist die Abkürzung für „Corona Virus Disease“ (Corona-Virus-Erkrankung). 19 steht für das Entdeckungsjahr 2019.

Das Virus

Das Corona-Virus SARS*-CoV-2 wurde erstmals im Dezember 2019 beim Menschen nachgewiesen. Corona-Viren haben ihren Namen von den Spike-Proteinen, die den Viruskörper umgeben. Sie sehen aus wie ein Kranz oder eine Krone (lateinisch Corona). Corona-Viren kennen wir schon lange, denn viele Erkältungskrankheiten werden von ihnen verursacht. Auch COVID-19 verbreitet sich durch Tröpfchen- und Aerosolinfektion und wurde mittlerweile weltweit bei Menschen und mehreren Hundert Tierarten nachgewiesen.

Die Mutationen

Wie alle Viren mutiert auch das SARS-CoV-2 und es gibt mittlerweile mehrere unterschiedlich gefährliche Varianten. Durch Mutationen versuchen Viren ihre Verbreitung zu begünstigen bzw. den Wirt schneller zu infizieren. Die Delta-Variante hat genau das geschafft. Sie ist nicht nur ansteckender als die Varianten davor, sondern führt auch zu schwereren Krankheitsverläufen. Diese Virusvariante hat sich nach ihrem Auftreten sehr schnell fast überall auf der Welt durchgesetzt. Auch die im November 2021 entdeckte Variante Omikron gibt uns Grund zur Besorgnis, denn sie ist sogar noch ansteckender. Omikron ist aktuell weltweit die vorherrschende Virus-Variante, doch auch Delta ist immer noch vorhanden.

Die Infektion

Die Infektion des Menschen (oder eines anderen Wirts) läuft bei allen Varianten von SARS-CoV-2 gleich ab: Sie gelangen über die Atemwege in den Körper und dringen mit den Spike-Proteinen in unsere Zellen ein. Dort vermehren sie sich und breiten sich im ganzen Körper aus.

 

*Severe Acute Respiratory Syndrome (schweres akutes Atemwegssyndrom)


Impfstoffe allgemein

Impfungen sind Opfer ihres eigenen Erfolgs.

Prof. Dr. Malte Thießen, Historiker

Das Konzept der Impfung ist seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt und erprobt: die erste Schutzimpfung war gegen Pocken. 1967 rief die Weltgesundheitsorganisation WHO eine weltweite Impfpflicht aus und die Pocken gelten heute als ausgerottet. Viele von uns wissen nicht mehr, welche Schäden und Langzeitfolgen Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln hervorrufen können, weil schon unsere Eltern dagegen geimpft waren. Auch Erkrankungen wie Diphterie oder Kinderlähmung (Poliomyelitis) gibt es in unserem Land nicht – oder nicht mehr.

Die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung

Bevor flächendeckend gegen die Kinderlähmung geimpft wurde („Schluckimpfung“), erkrankten pro Jahr einige Hundert Kinder an dem hochansteckenden Virus. Viele Menschen hatten nur milde Symptome wie Magen-Darm-Entzündungen, Fieber, Hals- oder Kopfschmerzen. Bei einem von 200 Infizierten kam es aber zu Schäden im zentralen Nervensystem, die zu Lähmungen führten. Ist das Zwerchfell davon betroffen, kommt es zum Atemstillstand. Auch Jahre nach einer Ansteckung konnten noch Lähmungen und Muskelschwund auftreten (Post-Poliosyndrom). In Österreich gab es 1980 den letzten Polio-Fall und 2002 erklärte die WHO Europa für Polio-frei.

Malaria

Die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen ohne Medikamente oder Schutzimpfung gegen eine Krankheit sehen wir heute noch in Malaria-Gebieten.

Nicht gegen alle Krankheiten können wir wirksame Medikamente entwickeln. Aber gegen COVID-19 haben wir eine Schutzimpfung.


mRNA-Impfstoffe

An mRNA-Impfstoffen wird schon seit über 30 Jahren geforscht. Sie sind auch für Menschen mit unterdrücktem Immunsystem (immunsupprimiert) geeignet.

Bei diesen Impfstoffen bekommen unsere Körperzellen einen „Bauplan“ für spezielle Virus-Proteine geliefert. Das geschieht durch mRNA, die „messenger oder Boten-RNA“.  Ihre Aufgabe ist es, solche Baupläne verschlüsselt zu übermitteln. In unseren Zellen wird der Plan „gelesen“ und sie beginnen, das dargestellte Virus-Protein zu produzieren.

Weil es aber für unsere Zellen keine Verwendung hat und unser Körper es als fremd erkennt, wird es gleich danach an die Zelloberfläche gebracht. Dort erkennt unser Immunsystem das Protein sofort als fremd und beginnt, Antikörper und T-Zellen dagegen zu bilden. So laufen übrigens auch ganz natürliche Infektionen in unserem Körper ab.

Unsere Zellen bauen die mRNA nach kurzer Zeit wieder ab. Danach findet keine weitere Produktion des Virus-Proteins mehr statt.

Gegen COVID-19 sind aktuell zwei mRNA-Impfstoffe in der EU und damit auch in Österreich zugelassen: die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer (Handelsname Comirnaty) und Moderna (Handelsname Spikevax).


Vektor-Impfstoffe

Vektor-Impfstoffe gelten als Tot-Impfstoffe und sind daher für Menschen mit unterdrücktem Immunsystem (immunsupprimiert) geeignet.

Vektorimpfstoffe oder vektorbasierte Impfstoffe bestehen aus infektionsfähigen, aber abgeschwächten Viren, die sich zumeist nicht mehr vermehren können. Dabei handelt es sich nicht um Corona-Viren, sondern um Adeno-Viren, die theoretisch verschiedene Erkrankungen hervorrufen können. Diese Viren nennen wir Vektoren. Sie sind gentechnisch so verändert, dass sie in ihrer Erbsubstanz den „Bauplan“ für einen Teil des Erregers mittragen, gegen den geimpft wird, also z.B. gegen SARS-CoV-2.

Mit der Impfung transportieren die Vektoren diese Information in den Körper. Dort wird der Bauplan „gelesen“ und das Immunsystem kann Antikörper bilden. Nachdem die Vektorviren ihre Arbeit erledigt haben, werden sie wieder abgebaut. Diese Prozesse kontrolliert und steuert das Immunsystem. Nach dem Abbau der Vektoren findet keine weitere Produktion von Antikörpern mehr statt.

Gegen COVID-19 sind aktuell zwei Vektor-Impfstoffe in der EU und damit auch in Österreich zugelassen: die Impfstoffe von AstraZeneca (Handelsname Vaxzevria) und Johnson&Johnson bzw. Janssen-Cilag (Handelsname Janssen-Impfstoff).


Tot-Impfstoffe

Der Impfschutz bei Tot-Impfstoffen lässt mit der Zeit nach und muss daher immer wieder aufgefrischt werden.

Tot-Impfstoffe heißen so, weil Krankheitserreger durch physikalische (z.B. Hitze) oder chemische Prozesse abgetötet bzw. inaktiviert werden. Sie können sich nicht mehr vermehren und keine Infektion auslösen. Damit unser Immunsystem den Krankheitserreger erkennt, müssen Teile des Virus-Proteins intakt bleiben.

Mit der Impfung kommen diese Proteinteile in den Körper und das Immunsystem bildet Antikörper, ohne dass die Krankheit ausbricht. Da Tot-Impfstoffe eine schwächere Immunantwort auslösen, müssen sie in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden.

Keine Tot-Impfstoffe im eigentlichen Sinn sind Protein-Impfstoffe, genauer gesagt rekombinante Protein-Impfstoffe. Das bedeutet, dass kleine Teile des Virus, wie z.B. das Spike-Protein, mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Viren etc.) im Labor vervielfältigt werden. Danach werden die Proteine gereinigt und mit Hilfsstoffen verbunden, die unser Immunsystem anregen.

Anders als bei mRNA- und Vektor-Impfstoffen muss der Körper bei Protein-Impfstoffen das Spike-Protein nicht selbst herstellen – und danach Antikörper dagegen bilden –, sondern bekommt mit der Impfung "Kopien" des Spike-Proteins. Die Hilfsstoffe sorgen dafür, dass unser Immunsystem stark genug reagiert.

Protein-Impfstoffe sind schon lange im Einsatz, z.B. gegen Hepatitis oder Gürtelrose. Sie haben den Vorteil, dass sie bei Kühlschrank-Temperaturen gelagert werden können.

Aktuell läuft ein beschleunigtes Zulassungsverfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA für den Tot-Impfstoff gegen COVID-19 von Valneva. Hier wird bis Ende März 2022 mit einer Zulassung in der EU gerechnet, ab April könnte der Impfstoff in Österreich verfügbar sein.
Gegen COVID-19 ist aktuell ein Protein-Impfstoff in der EU und damit auch in Österreich zugelassen: der Impfstoff von Novavax (Handelsname Nuvaxovid).


Lebend-Impfstoffe

Der Impfschutz bei Lebend-Impfstoffe hält sehr lange an. Für Menschen mit Immunsuppression sind sie nicht empfohlen.

Bei Lebendimpfstoffen werden Krankheitserreger durch spezielle Verfahren abgeschwächt und verlieren dadurch – teilweise oder ganz – ihre krankmachenden Eigenschaften. Sie lösen jedoch weiterhin eine Abwehrreaktion im Körper aus, denn auch die abgeschwächten Erreger bleiben zum Teil vermehrungsfähig.

Damit lösen sie ähnliche Reaktionen wie bei einer Erkrankung aus, wobei diese nur vorübergehend und ohne gesundheitliche Beeinträchtigung auftreten. Bei Menschen mit unterdrücktem oder schwachem Immunsystem kann das aber zu Problemen führen, weshalb sie vor einer Impfung mit Lebend-Impfstoffen (z.B. vor einer Reise) unbedingt ärztlichen Rat einholen sollten.


Sichere Quellen

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