Fragen und Antworten

Wir haben eure Fragen gesammelt und stellen hier die Antworten bereit.


Kann ich nicht einfach Medikamente nehmen, wenn ich an COVID-19 erkrankt bin?

Es gibt aktuell keine Medikamente, die ganzheitlich gegen COVID-19 wirken. Einige sind auch nur für Risikopatient*innen zugelassen. 

Es gibt aktuell zugelassene bzw. zur Zulassung eingereichte Medikamente gegen bestimmte Symptome. Sie können in verschiedenen Krankheitsstadien wirken. Denn Arzneimittel, die im Frühstadium der Erkrankung helfen können, sind bei einer Lungenentzündung wirkungslos und umgekehrt.

Es gibt einige vielversprechende Wirkstoffe, die allerdings (noch) nicht alle in Österreich erhältlich sind: Baricitinib, Molnupiravir, Sotrovimab und Paxlovid sowie das speziell für Hochrisikopatient*innen entwickelte Mittel Evusheld mit den Wirkstoffen Tixagevimab und Cilgavimab.


Wie kam es zu der Frage?

Viele von uns vertrauen bei Erkrankungen auf Medikamente oder Hausmittel. Doch auch wenn in Medien oder auf Social Media behauptet wird, dass diese gegen COVID-19 helfen, stimmt das nicht. Die Erkrankung ist noch sehr neu für uns und darum gibt es erst wenige Arzneien, die dagegen entwickelt werden konnten. Einige unserer bekannten Medikamente können Symptome lindern, aber auch das funktioniert leider nicht immer. Wissenschafter*innen haben sofort nach Auftreten des Corona-Virus geprüft, ob wir mit vorhandenen Wirkstoffen dagegen vorgehen können. Einige davon werden bei schweren Verläufen eingesetzt, meistens im Krankenhaus. Doch COVID-19 ist eine sehr komplexe Erkrankung. Es wird nach wie vor intensiv an Medikamenten geforscht, die den Krankheitsverlauf zumindest mildern und einen Krankenausaufenthalt verhindern können. Doch wie bei jeder Krankheit ist es immer am besten, sie gar nicht erst zu bekommen. Diese Chance haben wir mit einer Impfung.

Mittlerweile gibt es bereits einige zugelassenen bzw. zur Zulassung eingereichten Medikamente:

Sotrovimab ist ein monoklonaler Antikörper und wurde speziell für SARS-CoV-2 entwickelt. Molnupiravir ist eigentlich ein Wirkstoff gegen Grippe, Paxlovid ist ein adaptiertes HIV-Medikament. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat auch Baricitinib zur Behandlung von COVID-19 empfohlen. Das Mittel wurde ursprünglich für Rheumatoide Arthritis entwickelt und kann bei sehr schweren Verläufen die Überlebenschancen verbessern.

Paxlovid (Pfizer) erhielt 2021 eine Notfallzulassung in den USA, die Europäische Arzneimittelagentur EMA erteilte im Januar 2022 die Zulassung für Patient*innen mit Risiko eines schweren COVID-Verlaufs. Ebenfalls in der EU zugelassen ist Sotrovimab (GlaxoSmithKline und Vir Biotechnology), das als Infusion verabreicht wird.

Molnupiravir (Hersteller Merck) ist in Großbritannien bereits erhältlich und wird voraussichtlich auch bald in EU-Ländern verfügbar sein. Auch Baricitinib (Hersteller Lilly) wartet noch auf die Zulassung der EMA. Ob bzw. wann die noch nicht von der EMA zugelassenen Medikamente EU-weit, und damit auch in Österreich, erhältlich sein werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

Im Frühjahr 2022 wird in Österreich mit der Zulassung von Evusheld (AstraZeneca) gerechnet. Dabei handelt es sich um ein vorbeugendes Medikament, das für Hochrisikopatient*innen entwickelt wurde, die durch eine Impfung keine oder zu wenig Antikörper aufbauen können. Das betrifft Menschen, die immununterdrückende Medikamente einnehmen müssen, z.B. wegen einer Organtransplantation oder einer chronischen Erkrankung. Da die Studiendaten vielversprechend sind, kann es bereits jetzt – noch vor der Zulassung – diesen Patient*innen zur Verüfgung gestellt werden.

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