Fragen und Antworten

Wir haben eure Fragen gesammelt und stellen hier die Antworten bereit.


Schützt die Impfung vor Long-COVID?

Die Impfung reduziert das Risiko, nach einer Infektion an Long-COVID zu erkranken.

Einen 100%igen Schutz kann eine Impfung nicht bieten, aber Studien und auch Erfahrungswerte der Ärzt*innen zeigen, dass geimpfte Personen, die sich anstecken, seltener an Long-COVID erkranken als ungeimpfte. Diese Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion können auch bei Verläufen ohne oder mit nur milden Symptomen auftreten.


Wie kam es zu der Frage?

Long-COVID beschäftigt Mediziner*innen immer mehr und auch viele Arbeitgeber*innen sind immer stärker betroffen: denn an COVID-19 Erkrankte sind oft Wochen und Monate danach noch immer nicht richtig gesund. Besonders im Pflegebereich, wo oft schon vorher zu wenig Personal im Einsatz war, sind die Auswirkungen deutlich zu spüren.

Long-COVID geht weit über Atemnot und Gelenkschmerzen hinaus, es sind neben Hautveränderungen und erhöhtem Diabetes-Risiko auch unmittelbar lebensbedrohliche Ereignisse wie Thrombosen oder Schlaganfälle möglich. Auch neurologische Veränderungen wie Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen sind bekannt sowie die chronische Erschöpfung (ME/CFS, Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom), die den Alltag stark beeinträchtigt und unter der viele Erkrankte leiden.

Auch in dieser Antwort gehen wir auf die gefährlichen Folgen einer Corona-Infektion ein: sicher-pflegen.at/fragen-und-antworten/sind-die-nebenwirkungen-der-impfung-nicht-viel-gefaehrlicher-als-die-erkrankung

Die Wissenschafter*innen haben noch nicht herausgefunden, warum einige Menschen nach COVID-19 mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben und andere nicht. Studien belegen, dass es eher Frauen als Männer trifft und Patient*innen mit Long-COVID überwiegend im arbeitsfähigen Alter sind, also ca. zwischen 35 und 55 Jahren.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass das individuelle Immunsystem eine Rolle spielt, ob ein Mensch Long-COVID entwickelt oder nicht. Einige Antikörper, die im Lauf des Lebens natürlich gebildet werden, verstärken offenbar die Immunreaktion auf das Corona-Virus, was zu weiteren Entzündungsprozessen im Körper führen kann.

Es gibt aber keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Vorerkrankungen und der Entwicklung von Long-COVID. Auch in welchem Ausmaß eine Impfung das Risiko reduziert und ob das bei allen Geimpften gleichermaßen zutrifft, kann nicht eindeutig gesagt werden. Bei dem neuen Krankheitsbild ist derzeit noch vieles unklar. Studiendaten legen aber nahe, dass eine vollständige Impfung das Risiko für Long-COVID reduziert bzw. die spürbaren Folgen abschwächt, wenn es doch auftreten sollte.

Weiterführende Informationen

Multi-organ assessment in mainly non-hospitalized individuals after SARS-CoV-2 infection: The Hamburg City Health Study COVID programm (Englisch):
https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article/doi/10.1093/eurheartj/ehab914/6499078

Phenotyping of acute and persistent COVID-19 features in the outpatient setting: exploratory analysis of an international cross-sectional online survey (Englisch):
https://academic.oup.com/cid/advance-article/doi/10.1093/cid/ciab978/6440836

Long COVID Can Negatively Impact Physical and Cognitive Function, Employment, and Quality of Life for at Least One Year (Englisch):
https://www.mountsinai.org/about/newsroom/2021/long-covid-can-negatively-impact-physical-and-cognitive-function-employment-and-quality-of-life-for-at-least-one-year

Do vaccines protect against long COVID? What the data say (Englisch):
https://www.nature.com/articles/d41586-021-03495-2

Association between vaccination status and reported incidence of post-acute COVID-19 symptoms in Israel: a cross-sectional study of patients tested between March 2020 and November 2021 (Englisch):
https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2022.01.05.22268800v2

Immunoglobulin signature predicts risk of post-acute COVID-19 syndrome (Englisch):
​​​​​​​https://www.nature.com/articles/s41467-021-27797-1​​​​​​​

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