Fragen und Antworten

Wir haben eure Fragen gesammelt und stellen hier die Antworten bereit.


Verursacht die Impfung Thrombosen?

Die Impfung selbst verursacht keine Thrombosen.

Aber bei einigen Menschen kann es nach der Impfung zu einer fehlgeleiteten Reaktion des Immunsystems kommen. Es bildet Antikörper, die die Blutgerinnung fördern und die Blutplättchen aktivieren. Dabei werden so viele Blutplättchen „verbraucht“, dass es im Blut zu wenige von ihnen gibt (Thrombozytopenie). Diese sehr seltene Nebenwirkung ist mittlerweile sehr gut erkenn- und behandelbar. Und wir wissen, dass sie im Zeitraum von 8-14 Tagen nach einer Impfung auftreten kann.

Nach einer Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 kommt es viel häufiger zu schweren Thrombosen. Leider können sie auch dann noch auftreten, wenn die Erkrankung länger als 14 Tage zurückliegt und man vielleicht gar nicht mehr damit rechnet.


Wie kam es zu der Frage?

Nachdem die Impfstoffe zugelassen waren, wurden sie weltweit verimpft. In zeitlicher Nähe zur Impfung traten vereinzelt Venenthrombosen an eher ungewöhnlichen Stellen, z.B. im Gehirn (Sinusvenenthrombose), auf. Diese Beobachtungen haben die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA, Impfgremien und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt sehr ernst genommen. Bei den zugelassenen Impfstoffen wurde geprüft, ob sie diese Thrombosen verursachen oder ihre Entstehung begünstigen können. Denn wir wissen, dass Thrombosen auch bei gesunden Menschen auftreten können und dass es viele – meistens unentdeckte – Vorgänge im Körper gibt, die Thrombosen verursachen.

So sind Thrombosen z.B. nach einer Erkrankung an COVID-19 relativ häufig. Mehrere Studien haben den Zusammenhang zwischen einer COVID-19-Infektion und schweren Venenthrombosen (auch Sinusvenenthrombosen) bereits bestätigt.

Trotzdem wurden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und Thrombosen als seltene (aber mögliche) Nebenwirkung in die Fachinformation aufgenommen. Die Besonderheit der Thrombosen nach einer Impfung ist die vorhergehende Thombozytopenie.

Das macht es einfacher, die Erkrankung rasch zu entdecken und sie ist mittlerweile auch sehr gut behandelbar. Der Wiener Infektiologe Christoph Wenisch hat diese Thrombosen mit einem Armbruch verglichen: es kann passieren, aber wir wissen, wie man es behandelt.

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